Mehr Eigenverantwortung heißt: klare Grundlagen schaffen

2.06.2008
Berlin (PVS/Verband), 2. Juni 2008 - In Zukunft wird mehr Eigenverantwortung von den Patienten erwartet. Vor diesem Hintergrund hat der Verband der Privatärztlichen VerrechnungsStellen e.V. (PVS/Verband) im Rahmen seiner Jahreshauptversammlung in Weimar am vergangenen Wochenende eine Resolution verabschiedet.

Die Resolution:

Essenz der seit Jahren vorliegenden gesundheitsökonomischen Prognosen zur Entwicklung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung wie auch der aktuellen Rationierungsdebatte des jüngsten Deutschen Ärztetages ist: Die Differenz zwischen medizinisch Möglichem und dem über die gesetzliche Krankenversicherung Finanzierbarem wird immer größer werden. Damit werden Entscheidungen über die Wahrnehmung medizinischer Leistungen zunehmend in die Eigenverantwortung der Patienten gelegt werden. Das bestärkt Forderungen, die der PVS/Verband für eine hochwertige Gesundheitsversorgung und ein leistungsfähiges Gesundheitssystem erhebt:

1.    Die Novelle der Gebührenordnung für Ärzte darf nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden. Die Gebührenordnung erfüllt eine doppelte soziale Schutzfunktion: ihr Aufgabe ist es, die Patienten vor finanziellen Überforderungen zu schützen und sichert den Ärzten " und damit einer hochwertigen medizinischen Versorgung insgesamt " die notwendige leistungsabhängige Vergütung. Sie steht mit ihrer Einzelleistungsvergütungsstruktur im Gegensatz zu dem weitgehend pauschalierten gesetzlichen Abrechnungsregelwerk für die unabdingbare Transparenz. Nur wenn Patienten wissen, welche Kosten sie für welche medizinischen Leistungen erwarten, können sie verantwortungsvolle Entscheidungen treffen. Deshalb muss die Gebührenordnung den Stand des medizinischen Könnens aktuell abbilden. Um der zunehmenden Eigenverantwortung der Patienten Rechnung zu tragen, steht der Gesetzgeber mit der Novellierung der Gebührenordnung in der Pflicht.

2.    Grundsätzlich muss der verantwortungsvolle Umgang mit den Ressourcen der Versichertengemeinschaft gestärkt werden. Die in der privaten Krankenversicherung bewährten Instrumente von Kostenerstattung und Selbstbehalten sollten deshalb auch in der gesetzlichen Krankenversicherung zum Tragen kommen. Das Argument, in der Sachleistung liege ein entscheidendes Instrument zur Kostenregulierung in der gesetzlichen Kranken-versicherung, verliert angesichts der sich verändernden Vertragslandschaft zunehmend an Gewicht.

3.    Alle Akteure im Gesundheitswesen sind aufgefordert, konsequent daran zu arbeiten, Rationalisierungspotentiale auszuschöpfen.  Der PVS/Verband steht dafür ein, die Möglichkeiten elektronischer Datenverarbeitung für Kosteneinsparungen  im Gesundheitswesen weiter auszubauen. Deshalb arbeitet der Verband mit hohem Einsatz daran,  seine bewährte Schnittstellentechnologie nicht nur dem jeweils aktuellen technologischen Stand anzupassen, sondern zusammen mit Partnern neue Standards in der Sicherheitstechnologie zu setzen. Es geht gleichzeitig darum, koordinierte Informations- und Abrechnungswege zu entwickeln, die die Finanzflüsse innerhalb der Privatliquidationen transparent machen und garantieren, dass sie zeitnah und gesichert ablaufen.