Chance für einen vernünftigen Neuanfang
„Es ist ein wichtiger Schritt, die Pflegeversicherung um einen kapitalgedeckten Beitragsanteil zu ergänzen“, hebt Dr. Jochen-Michael Schäfer, Vorsitzender des Verbandes der Privatärztlichen VerrechnungsStellen (PVS/ Verband), hervor. „Auf lange Sicht ist die Pflegeversicherung anders schlicht nicht mehr zu bezahlen, das gilt auch für die gesetzliche Krankenversicherung“, so Dr. Schäfer. Deshalb begrüßt der PVS/ Verband die Ankündigung, bis 2011 eine neue Struktur zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu entwickeln. „Damit verbindet sich die Frage, was finanziert werden soll“, führt Dr. Schäfer aus. „Um den hohen Versorgungsstandard in Deutschland langfristig sichern zu können, muss offen über das Leistungsspektrum wie auch die Struktur der gesetzlichen Krankenversicherung geredet werden.“
Gleichzeitig erkennt der Koalitionsvertrag den Beitrag der privaten Krankenversicherung für die gute medizinische Versorgung an. „In den vergangenen Jahren mussten wir erleben, dass die private Krankenversicherung systematisch geschwächt wurde“, so Dr. Schäfer. „Letztlich geht das zu Lasten der Patientinnen und Patienten, denn ohne die treibende Kraft der privaten Krankenversicherungen kommen Innovationen langsamer in den Arztpraxen und den Krankenhäusern an.“
Der Koalitionsvertrag wartet zudem mit einem Novum auf. Er geht die Verpflichtung ein, die Gebührenordnung für Ärzte an den aktuellen Stand der Wissenschaft anzupassen und dabei die Kostenentwicklungen zu berücksichtigen. Der PVS/ Verband hatte in den vergangenen Jahren immer wieder eine Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte angemahnt, da die jetzige Gebührenordnung das medizinische Geschehen schon lange nicht mehr abbilden kann und dadurch unnötige Auseinandersetzungen um die ärztlichen Honorarabrechnungen provoziert. „Die Novellierung muss der wichtigen Funktion der Gebührenordnung - Transparenz im Leistungsgeschehen und Schutzauftrag für Patienten und Ärzte - gerecht werden“, fordert Dr. Schäfer.
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