Geschichte und Entwicklung

Modern seit 1922

Verwaltungsaufgaben, die dem Arzt die Zeit für seine Patienten rauben – kein neues Thema. Schon in den 20er Jahren machte Bürokratie einen Großteil der ärztlichen Tätigkeit aus. Um sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren zu können, schlossen sich einzelne Arztpraxen zusammen und gründeten in Gauting bei München 1922 die erste Privatärztliche Verrechnungsstelle (PVS) als Selbsthilfeeinrichtung. Ziel war es, Verwaltungstätigkeiten wie Abrechnung und Steuer einem versierten Dienstleister zu übergeben. Die Idee, berufsfremde Aufgaben outzusourcen, wurde schnell zum Erfolgsmodell: Weitere PVS-Gründungen folgten auf den Fuße. Und sie betreuten schon bald nicht nur niedergelassene Ärzte, sondern auch liquidaionsberechtigte Krankenhausärzte und Kliniken.

Um politisch und berufsständisch mehr Einfluss zu nehmen, schlossen sie sich 1949 zunächst zu einer losen Arbeitsgemeinschaft und 1952 zum Verband der Privatärztlichen Verrechnungsstellen, kurz PVS Verband, zusammen.

Titelseiten der Ärztlichen Gebührenordung (GOÄ) aus den Jahren 1924, 1928, 1953, 1968, 1982 und 2009  

Von Büdingen nach Berlin

Der PVS Verband wurde 1952 in Büdingen gegründet und beim Amtsgericht Friedberg als Verein eingetragen. Von 1971 bis 1999 wechselte der Verbandssitz nach Mülheim an der Ruhr und zog mit der Regierung am 1. Januar 2000 nach Berlin um. 

In Berlin arbeitet der PVS Verband als Interessengemeinschaft der privatärztlich tätigen Mediziner in unmittelbarer Nähe zu den wichtigen Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen.

Im Zentrum der Gesundheitspolitik kann der Verband so die Interessen seiner Mitglieder direkt in die Diskussion einbringen.