Der Praxismietvertrag

Beim Mietvertrag für die Arztpraxis ist vieles zu beachten. Die wichtigsten Punkte finden Sie hier.

Eine kleine rote Hausfigur steht auf einem Grundriss. Eine große Lupe liegt vor der Hausfigur.

Mit der Unterzeichnung eines Praxismietvertrags binden Sie sich meist für sehr lange Zeit und verpflichten sich zur Zahlung hoher Geldsummen. Über zehn Jahre kommen allein für die Kaltmiete schnell mehrere Hunderttausend Euro zusammen. Allerdings ist ein Mietvertrag über geeignete Praxisräume Voraussetzung für die Zulassung als Vertragsärztin bzw. -arzt oder für ein Bankdarlehen. Vor Vertragsabschluss ist einiges zu bedenken, um Streit oder böse Überraschungen zu vermeiden.

Praxismietvertrag: Voraussetzung für die Niederlassung

Um eine ambulante ärztliche Tätigkeit auszuüben, brauchen Sie grundsätzlich die Niederlassung in einer Praxis – das heißt: einen Praxissitz. Die meisten Ärztinnen und Ärzte mieten Geschäftsräume, die im besten Fall schon vorher als Arztpraxis genutzt wurden und über eine entsprechende Ausstattung verfügen. Neben der Lage des Mietobjekts ist insbesondere die Höhe der Miete entscheidend, denn Praxismietverträge werden in der Regel über sehr lange Laufzeiten fest vereinbart – damit verpflichten Sie sich für die nächsten zehn oder mehr Jahre zur Zahlung hoher Geldsummen. Der Praxismietvertrag ist daher von immenser Bedeutung und sollte vor der Unterzeichnung gut geprüft werden. Ein Mietvertrag über Praxisräume ist zudem Voraussetzung für die Zulassung als selbstständige(r) Vertragsärztin bzw. -arzt und meist auch für entsprechende Kredite von Banken.

Unterschiede: Gewerbemietrecht gegenüber Wohnraummietrecht

Praxismietverträge sind Gewerbe- oder Geschäftsraummietverträge – obwohl Ärztinnen und Ärzte freiberuflich tätig und keine Gewerbetreibenden sind. Mietrechtlich gesehen gelten sie jedoch als Unternehmerin bzw. Unternehmer. Damit gilt bei Abschluss eines Praxismietvertrags das Gewerberaummietrecht mit folgenden Besonderheiten:

  • Im Gegensatz zum strikt geregelten Wohnraummietrecht haben die Vertragsparteien beim Gewerbemietvertrag weitgehende Verhandlungsfreiheit und beinahe unbeschränkten Gestaltungsspielraum.
  • Als Mieterin bzw. Mieter genießen Sie nicht den umfangreichen gesetzlichen Mieterschutz, den es im privaten Bereich gibt; Sie müssen sich allein schon deswegen viel stärker absichern.
  • Anders als bei privaten Wohnungsmietverträgen, die meist unbefristet sind und mieterseits in der Regel mit einer Frist von drei Monaten kündbar sind, werden Gewerbemietverträge meist über eine feste Laufzeit abgeschlossen.
  • Praxismietverträge werden oft für sehr lange Zeiträume (zehn oder mehr Jahre) fest abgeschlossen. Das ist zwar in Ihrem Interesse, da Sie als Existenzgründer(in) Planungs- und Investitionssicherheit brauchen, aber Sie treffen im Moment der Vertragsunterzeichnung eine sehr weitreichende Entscheidung, die Sie für lange Zeit bindet und zur Zahlung der Miete verpflichtet.
  • Der Mietzins von Praxisräumen bewegt sich in gewerblichen Höhen, und die sind in der Regel höher als Wohnungsmieten. Bei der Unterzeichnung eines Praxismietvertrags geht es um enorme Geldsummen. Aufgrund der fest vereinbarten Laufzeit lässt sich der Gesamtbetrag, über den Sie entscheiden und den Sie in den nächsten Jahren werden zahlen müssen, meist direkt ermitteln.
  • Gewerbliche Mieten sind anders als Wohnungsmieten weit weniger gedeckelt und dürfen im Wesentlichen zwischen Vermieter und Mieterin bzw. Mieter frei vereinbart werden

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