Der Praxisverkauf

Den Übernahmevertrag für die Arztpraxis rechtssicher gestalten

Eine Frau in einem blauen Scrubanzug, die ein Stethoskop hält.

Der Verkauf einer Arztpraxis ist eine komplexe Angelegenheit. Es gilt, das Inventar aufzulisten und den Wert der Praxis zu ermitteln. Bestehende Verträge müssen geprüft und an die Nachfolgerin bzw. den Nachfolger übertragen werden, allen voran der Mietvertrag über die Praxisräume sowie die Arbeitsverträge mit dem Personal. Zentrale Voraussetzung für eine reibungslose Praxisübergabe ist ein juristisch einwandfreier Kaufvertrag, in dem die Zahlung des Kaufpreises, der Übergabestichtag, ein Wettbewerbsverbot, Gewährleistungspflichten und vieles mehr geregelt sind.

Der Praxisverkauf: für beide Seiten ein großer Schritt

Der Verkauf einer Arztpraxis ist kein alltägliches Geschäft: Für die abgebende Ärztin bzw. den abgebenden Arzt hängen oft viele Erinnerungen an der meist jahrelangen Tätigkeit in der Praxis. Zudem stehen nicht nur Räume und Gegenstände zum Verkauf, übergeben wird auch der „ideelle Wert“ der Praxis, der sich etwa aus ihrem guten Ruf oder dem Patientenstamm ergibt. Setzt sich die Ärztin bzw. der Arzt altersbedingt zur Ruhe, soll der Erlös aus dem Praxisverkauf im Regelfall auch dazu dienen, ihre bzw. seine private Altersvorsorge zu sichern. Und schließlich geht es darum, dass die Praxis im Interesse von Patientinnen und Patienten erfolgreich weiterbestehen kann.

Aus Käufersicht bedeutet die Praxisübernahme eine finanzielle Entscheidung von enormer Tragweite, die immer auch mit einem gewissen Risiko verbunden ist: Sie oder er investiert einen nicht unerheblichen Betrag, meist fremdfinanziert, um die Praxis zu erwerben und damit zukünftig Erträge für sich und die Mitarbeitenden zu erwirtschaften. Auch wenn die bisherigen Umsätze der Praxis in der Regel Teil der Übernahmeverhandlungen sind – eine Garantie, dass sich die Umsätze unter der neuen Inhaberin bzw. dem neuen Inhaber genauso entwickeln wie in der Vergangenheit, gibt es nicht. Der wirtschaftliche Erfolg einer Praxis ist meist sehr eng verknüpft mit der Person der Medizinerin bzw. des Mediziners.

Der Abschluss eines Übernahmevertrags

Sobald sich Verkäuferin bzw. Verkäufer und Käuferin bzw. Käufer bezüglich des Praxisverkaufs einig sind, wird ein sogenannter „Übernahmevertrag“ zwischen beiden Parteien geschlossen. Hierbei handelt es sich um einen privatrechtlichen Kaufvertrag, dessen zentrale Vereinbarung der Kaufpreis ist. Daneben ist der sogenannte „Übergabestichtag“ von großer Bedeutung: Am Zeitpunkt der Praxisübergabe hängt nämlich nicht nur die Kaufpreiszahlung, der Stichtag ist auch relevant in Bezug auf andere Zahlungen im Rahmen laufender Verträge (Miete für die Praxisräume, Gehälter etc.). Neben vielem anderem sollte der Übernahmevertrag insbesondere regeln, wie die Übergabe der Praxis konkret vonstatten gehen soll.

Ein Praxisübernahmevertrag muss juristisch sauber und einwandfrei sein. Wenn wichtige Regelungen fehlen oder falsch ausgeführt sind, kann dies für beide Parteien unangenehme Folgen haben oder gar zur Unwirksamkeit des Vertrags führen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich unbedingt, den Übernahmevertrag professionell erstellen zu lassen. Viele Rechtsanwaltskanzleien, Banken, Sparkassen etc. haben sich auf die Beratung von Ärztinnen und Ärzten spezialisiert und begleiten auch die Übergabe einer Arztpraxis über alle Schritte hinweg. Es ist auch möglich, dass sich Verkäufer- und Käuferseite beispielsweise die Anwaltskosten für die Erstellung des Vertrags teilen.

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