Sichere E-Mail-Kommunikation

Beim E-Mail-Verkehr mit vertraulichen Patientendaten ist eine Verschlüsselung gesetzliche Pflicht

Ein Arzt mit einem Handy in der Hand

Die Kommunikation per E-Mail bzw. digitaler Übertragung ist inzwischen auch in Arztpraxen und Kliniken Alltag: Termine werden bestätigt, Befunde weitergeleitet oder Krankschreibungen versendet. Da es hierbei immer um den Austausch vertraulicher, personenbezogener Patientendaten geht, ist die Anwendung hoher Verschlüsselungsstandards für eine sichere Übertragung nicht nur ratsam, sondern gemäß DSGVO sogar gesetzliche Pflicht. Mittlerweile gibt es zahlreiche Lösungen, um elektronische Nachrichten vor dem Zugriff Dritter zu schützen – mithilfe von Schlüsseln, Zertifikaten, Protokollen.

E-Mail ist Hauptkommunikationsmittel im beruflichen Alltag

Heute sind täglich mehr als 300 Milliarden E-Mails weltweit im Umlauf. Erwerbstätige in Deutschland erhalten durchschnittlich 26 berufliche E-Mails pro Tag. Die E-Mail ist im Berufsalltag das Kommunikationsmittel Nummer eins. Das ist das Ergebnis einer Studie, die der Digitalverband Bitkom e. V. anlässlich des 50-jährigen Geburtstags der E-Mail im Jahr 2021 durchgeführt hat. Obwohl es inzwischen Nachrichtensysteme wie Messenger (etwa WhatsApp oder Skype) und Kollaborationstools (zum Beispiel Zoom, Microsoft Teams oder Dropbox) gibt, wird die E-Mail weiterhin in allen Unternehmen häufig zur Kommunikation nach außen und nach innen genutzt – nur das Festnetztelefon ist fast genauso weit verbreitet.

Beliebtestes Einfallstor für Cyberkriminelle

Allerdings ist die E-Mail auch ein häufig genutztes Werkzeug für Cyberattacken. Ein Viertel der deutschen Unternehmen berichtet gemäß der Bitkom-Studie von Angriffen per E-Mail. Besonders der Diebstahl sensibler E-Mail-Inhalte ist ein verbreitetes Problem: So wurden von fast zwei Dritteln aller Unternehmen, die von einem Diebstahl sensibler digitaler Daten betroffen waren, entsprechende Kommunikationsdaten gestohlen.

Kriminelle können E-Mails mitlesen und sensible Daten abgreifen – oder auch Inhalte unbemerkt fälschen und Nachrichten mit falscher Identität erstellen. Sicherheitsmaßnahmen wie digitale Signaturen und Verschlüsselung steigern den Schutz vor Diebstahl und Spionage. Allerdings sind sie noch nicht ausreichend verbreitet. So nutzen etwa erst vier von zehn Unternehmen den verschlüsselten E-Mail-Verkehr, das ist die traurige Bilanz der Bitkom-Studie.

Im Gesundheitsbereich gelten besondere Sicherheitsstandards

Auch wenn im Gesundheitssektor immer noch vieles per Fax oder Briefpost und beim persönlichen Besuch in der Arztpraxis erfolgt – die Bedeutung der E-Mail-Kommunikation im medizinischen Sektor hat deutlich zugenommen. E-Mails und die digitale Übertragung von Informationen spielen auch bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in Deutschland eine immer größere Rolle: Man denke etwa an die Terminvereinbarung via „Doctolib“, den Versand von Rezepten an Apotheken oder von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen an Patientin bzw. Patient oder Arbeitgeber(in) sowie an die Kommunikation mit Kassen, Laboren, anderen Praxen und Kliniken.

Umso wichtiger ist es, dass auf allen Ebenen ausreichende Sicherheitsstandards eingehalten werden, um die vertraulichen Gesundheitsdaten vor dem Zugriff Dritter zu schützen. Der Aspekt der Sicherheit ist hier von allergrößter Relevanz und für Angehörige der medizinischen Berufsgruppen sogar gesetzliche Pflicht. Doch häufig tun Ärztinnen und Ärzte viel zu wenig, meist aufgrund mangelnder Kenntnis der Risiken, aber auch der Umsetzungs- und Lösungsmöglichkeiten. Die Verschlüsselung von E-Mails mithilfe von Zertifikaten, öffentlichen und privaten Schlüsseln, Protokollen, spezieller Software und vielem mehr ist das Gebot der Stunde.

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